Strahlenschutz ist ein zentraler Bestandteil der Facharztprüfung und gehört zum Fundament radiologischer Kompetenz. Jede Radiologin und jeder Radiologe sollte die technischen und physikalischen Grundlagen sicher beherrschen – nicht nur, um Prüfungsfragen zu beantworten, sondern um die eigene Arbeit fundiert und verantwortungsvoll auszuüben. Im klinischen Alltag konzentrieren wir uns oft auf die Befundung der Bilder, während die Entstehung der Aufnahmen, die Geräteparameter oder die physikalischen Zusammenhänge leicht in den Hintergrund treten. Der Kurs bietet die Möglichkeit, dieses Wissen gezielt aufzufrischen und ein tieferes Verständnis zu erlangen – praxisnah, konzentriert und mit viel Raum für Austausch.
Der Kurs deckt die wichtigsten bildgebenden Verfahren ab – MRT, CT, Röntgen, Durchleuchtung und Ultraschall. Neben der Theorie zu Bildentstehung, Bildverarbeitung und Strahlenschutz stehen praktische Übungen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden können mit Ultraschallsonden und Röntgengeräten experimentieren und hierbei zum Beispiel Parameter verändern, um zu beobachten, wie sich diese auf Bildqualität und Strahlendosis auswirken. Dadurch wird die Technik nicht nur theoretisch erklärt, sondern direkt erlebbar.
Ein besonderes Element ist der Einsatz einer Virtual-Reality-Brille, mit der Strahlenschutz interaktiv und anschaulich vermittelt wird. So wird aus einem komplexen Thema ein echtes Erlebnis – Strahlenschutz zum Anfassen und Begreifen.
Der FFF TECHNIK experimental ergänzt das bestehende Angebot der Deutschen Röntgengesellschaft hervorragend. Während in den Intensivwochen zur Facharztvorbereitung viele Themenbereiche theoretisch abgedeckt werden, konzentriert sich dieser Kurs ausschließlich auf Technik und Strahlenschutz mit theoretischem und praktischem Input – und bietet dadurch besonders viel Tiefe.
Wer das Gelernte vertiefen möchte, kann zusätzlich die RADUCATION-Module zu Strahlenschutz und Technik nutzen. Diese liefern eine gute theoretische Grundlage, aber vielen hilft es, die Inhalte gemeinsam mit Expert:innen zu besprechen. Im Kurs erklären erfahrene Medizinphysiker:innen die Themen so, dass auch komplexe Zusammenhänge verständlich werden. Das unmittelbare Erleben und der persönliche Austausch machen den entscheidenden Unterschied. Es wird genügend Raum für individuelle Fragen geboten. Somit lernen die Teilnehmer auch von den Fragen der anderen Kursteilnehmer. Bisher waren die Veranstaltungen durch den regen Austausch immer sehr lebendig.
Der Kurs findet in einer einzigartigen Umgebung statt: im Deutschen Röntgen-Museum. Dort verbinden sich Geschichte, Technik und Praxis auf ideale Weise. Das Museum verfügt über ein Röntgenlabor, in dem sich Theorie und Experiment perfekt kombinieren lassen. Ich selbst bin Radiologin mit Schwerpunkt Kinderradiologie und Neuroradiologie und habe zusätzlich Medizinphysik studiert, was mich zum engen Kontakt und Zusammenarbeit mit vielen Kolleg:innen aus dem Museum geführt hat. Diese Verbindung macht das Ganze für mich besonders. Gleichzeitig liegt mir die Weiterbildung junger Radiolog:innen sehr am Herzen. Im Forum Junge Radiologie habe ich immer wieder erlebt, dass der Bedarf an praxisnahen Formaten groß ist. Der Kurs bietet genau das – er schafft Raum für Fragen, Experimente und echtes Verstehen.
Ich kann mir gut vorstellen, künftig ein interaktives Quiz oder eine simulierte Prüfungssituation einzubauen. Viele Teilnehmende wünschen sich, das Gelernte direkt anzuwenden und sich auf Prüfungssituationen vorzubereiten. Das stärkt das Selbstvertrauen enorm – gerade bei Themen, die zunächst abstrakt wirken.
Auch der Umgang mit Prüfungsangst oder Unsicherheiten könnte ein zusätzlicher Schwerpunkt sein. Das Ziel ist es, ein sicheres Gefühl im Umgang mit Technik und Strahlenschutz zu vermitteln. Und natürlich soll der Spaß dabei nicht zu kurz kommen: Lernen darf lebendig, interaktiv und inspirierend sein – besonders in der Radiologie.